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Zwischenbericht Mai 2007

Mai 13, 2007

„Kurz vor Toreschluß“ (original von Christian R.) kribbelten einmal mehr die Finger, es musste nach fast vier Wochen wieder ein Eintrag her. Das hat weniger mit dem heutigen Datum zu tun, das sich sicherlich nicht ganz zufällig auf dem Kennzeichen des Wagens befindet, der sich nach dem schrecklichen Unfall Ende Februar nun endlich in Rekonvaleszenz befindet. Vielmehr ist es der immer näher rückende September, der in vielen bayerischen Studentenköpfen (vgl. hessisch: „Studendeköpp„) Unbehagen oder schlicht Stress hervorruft.  Die öffentlichen Stellen, die für Beglaubigungen zuständig sind, reiben sich die Hände und debattieren in Vollversammlungen darüber, wie die immensen Mehreinnamen in den nächsten Jahren verteilt werden sollen. Gelobt sei die kleine Gemeinde, die mit dem Slogan „Erholung pur zwischen Rhön und Vogelsberg“ (googeln führt übrigens nicht zum richtigen Ergebnis) wirbt. Hier wird Service für den Bürger groß geschrieben, speziell gegenüber Studenten zeigt man sich von der großzügigsten Seite. Das verdient Erwähnung, da weiß man, dass die Entscheidung, die 2×30 € zunächst nicht anzunehmen, nicht ganz falsch gewesen sein kann.

Was ist noch passiert?

Da sticht die Verurteilung Paris Hiltons zu 45 Tagen Gefängnis ins Auge. Nicht, dass hier große Sympathien mitschwingen würden,  aber der Fall ist einfach zu bezeichnend, um von einer kurzen Blaupause abzusehen.

Fassen wir nochmal zusammen: Paris Whitney Hilton (26), deren Vermögen auf 1,4 Milliarden Dollar geschätzt wird,  führte ein Fahrzeug, obwohl sie zuvor Alkohol konsumiert hatte. Soweit ist das nichts besonderes. Damit verstieß sie aber gegen Bewährungsauflagen, die von einem früheren Urteil wegen des gleichen Delikts herrührten. Die Millionenerbin, die in der Öffentlichkeit durch alles auffällt, nicht aber durch besondere Leistungen, fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit, ohne Licht und ohne Führerschein. In Deutschland wäre sie kraft einer Verurteilung nach § 21 StVG sicher nicht mit 45 Tagen davongekommen, man denke nur an Charakterdarsteller Martin Semmelrogge, der insgesamt fast so viele Monate in Justizvollzugsanstalten verbrachte, Prominenz hin oder her.

In den Vereinigten Staaten aber scheint vieles anders zu sein. Da fleht das Kind aus dem goldenen Käfig Gouverneur Schwarzenegger an, ihr die Strafe zu erlassen. Hoffentlich ist Conan der Barbar alias Terminator sich darüber im Klaren, dass er mit einer Hafterleichterung bzw. mit einem Erlass die Glaubwürdigkeit des US-amerikanischen Rechtssystems aufs Spiel setzen würde. Untechnisch gesagt: Gleiches Recht für alle, egal, wie oft sie im TV zu sehen sind oder wieviel Geld sie haben (nicht: verdienen).


Ein Kommentar

  1. 1,4 Milliarden Dollar? Ernsthaft? Ich war mir fast sicher, dass sie nur eine »normale« Millionärin ist.

    Mit dem Rest hast Du allerdings vollkommen Recht; wobei, kann man ein Rechtssystem, in dem so etwas möglich ist, noch ernst nehmen: http://www.sueddeutsche.de/,tt7m5/panorama/artikel/734/113621/
    :o



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