Ostern und Co.

Beinahe ein Monat ist seit dem letzten Eintrag vergangen, so dass es nur noch fünf sind bis zur Woche X.

Sed fugit interea, fugit inreparabile tempus …

Vergil (70-19), Publius Vergilius Maro

 

Darüber hinaus könnte man fast vergessen, dass Ostern vor der Tür steht. Aber bitte ohne Schnee wenn möglich. Die Klimadebatte ist angeheizt, die Stimmung ist gereizt. US-amerikanische Politstrategen sowie Vertreter aus dem Reich der Mitte drängten darauf, den Weltklimabericht der IPCC zu entschärfen; und sie obsiegten. Somit wurden kritische Passagen einfach gestrichen. Wenn es nur immer so einfach wäre, Wirbelstürme, Trockenheit, Überflutungen und Brände zu bekämpfen. Zumindest haben die Weltmächte durchaus Kurzsicht bewiesen. Zu Gunsten eines kurz- bis mittelfristigen wirtschaftlichen Fortkommens wird aus Gründen der Bequemlichkeit einfach weggesehen. Auch wenn nicht nach- und erwiesen und vor allem für die Zukunft abzusehen ist, inwieweit Emissionen die menschliche Existenz bzw. Teile davon im Stande sind zu beeinträchtigen, ist es unverantwortlich, ein solches mögliches Problem einfach zu ignorieren. Sollen sich doch die nachfolgenden Generationen damit rumschlagen, schließlich kostet Klimaschutz auch eine Menge Geld.

Fest steht dagegen auch, dass die Klimadebatte aktuell eine Aufmerksamkeit erlangt, die fast nicht mehr zu ertragen ist. Der Problemkomplex ist seit Jahrzehnten bekannt, aber dank der Medien sprechen jetzt nicht nur noch Experten darüber, sondern Max Mustermann aus Musterstadt abends beim Feierabendschoppen in der Kneipe am Eck. Das mag Vor- und Nachteile haben: Problembewusstsein (Probleme schaffen, nicht wegschaffen!) ist auch beim Normalbürger nicht fehl am Platz. Ob er damit freilich sein Verhalten ändert, nicht die Rollläden herunterlässt und das Licht einschaltet, damit ihn die sommerliche Abendsonne nicht blendet, erscheint mehr als fraglich. Zumindest nach außen hin mimen befragte Menschen auf der Straße durchaus den flexiblen, selbstkritischen und problembewussten Bürger. Wenn diese nach dem Interview nicht umgehend in ihren X5 oder Cayenne klettern würden, könnte man beinahe geneigt sein zu glauben, es bewege sich etwas.

Ein verwandtes, mittelbar mit dem Klimaschutz in Zusammenhang stehendes Problemfeld, das sehr viel konkretere Schwierigkeiten mit sich bringt, ist der globale Wassermangel. Die Zeit hat den Vorstandsvorsitzenden des größten Lebensmittelkonzerns Nestlé, Peter Brabeck-Letmathe, befragt. In dem Interview, das über vier Seiten geht, spricht Brabeck-Letmathe über verschwenderischen Umgang mit dem kostbaren Gut, über die Begrenztheit des Rohstoffs und die daraus resultierenden Konsequenzen. Hier ein kurzer Auszug (S. 4 a. E.):

[ ...]

Pro Liter Flaschenwasser brauchen wir zusätzlich 0,6 Liter – für die Herstellung der Verpackung, für die Reinigung der Abfüllanlage und so weiter. Ein Liter Cola hingegen benötigt drei bis vier Liter Wasser. Ein Liter Bier sogar fast sieben, und da ist der Anbau von Hopfen und Malz noch nicht einmal mit eingerechnet. Also: Je mehr Wasser Sie trinken, desto mehr Wasser sparen Sie.

[...]

Trotzdem allen ein schönes Osterfest – auf dass möglichst viele Unschuldslämmer den morgigen Sonntag überleben!

 

 

 

 

~ von christian3d am April 7, 2007.

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