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Von Steuerberatern

November 28, 2011

Heute auf lto.de:

Mord ist kein Arbeitsunfall

Eine Witwe begehrte Hinterbliebenenrente aus der Unfallversicherung ihres Mannes. Das Problem: Ihr Mann wurde auf dem Rückweg vom Steuerberater ermordet.

Ein Fall für den Hohlspiegel?

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Frühneuzeitliche Privilegien aktuell

Oktober 12, 2011

Böse Zungen behaupten, die Beschäftigung mit der Geschichte des Rechts sei Selbstzweck und werde nur von jenen betrieben, die auf juristischer Ebene kein anderes (juristischeres) Interessengebiet fänden. Widerlegt wird diese beschränkte Sichtweise einmal mehr durch die Praxis: In Bodenmais werden 500 Jahre alte Privilegien zum Gerichtsfall. Auf der Grundlage eines Privilegs des Pfalzgrafen bei Rhein aus dem Jahr 1522, das mehrmals erneuert wurde, hat ein Gericht im bayerischen Bodenmais über Nutzungsrechte an einer früheren Allmende zu entscheiden.

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Scheinwohlstand auf Pump

Mai 10, 2011

Besser hätte man es kaum formulieren können. Bricht das Kartenhaus irgendwann zusammen? Oder findet sich wie z.B. 2008 abermals ein Weg, eine handfeste Krise, die aus der Gier einzelner resultierte, aufzufangen, indem die Probleme auf die Schultern vieler abgewälzt wurden? Oder muss man die Frage anders stellen: Wann bricht das Kartenhaus zusammen?

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Weibern unter den Pelz kriechen

Januar 8, 2011

Böse Schuldner verstecken sich vor ihren gläubigern, und kriechen ihren Weibern unter den Pelz, sich auf diese Art von der vollen Bezahlung der Schulden nicht nur zu befreyen, sondern auch [...] seinen Gläubiger [...] unter dem Schutz der Gesetze hinters Licht zu führen.

Quelle: HHStA Wiesbaden RKG 793 [Q] 43.

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Psychologie der Massen

Dezember 29, 2010

heißt der Titel aus der Feder Gustave Le Bons, den der ungarische Jude André Kostolany stets als einen Klassiker der Börsenpsychologie empfiehlt – was umso bemerkenswerter erscheint, da Le Bon in seinem 1895 fertiggestellten Hauptwerk (frz. Originaltitel: Psychologie des foules) den Rassegedanken zum zentralen Inhalt macht.

Aus der Sicht des (Bildungs)Bürgers schaut er eher verächtlich auf die Massen herab und zieht als Fixpunkt seiner Forschungen mehrfach die Französische Revolution heran. Bemerkenswert sind Ausführungen, die sich mit dem Führerbegriff auseinandersetzen und sich vier Jahrzehnte später auf grausame Weise bewahrheiten sollten.

Meist sind die Führer nicht Denker, sondern Männer der Tat. Sie sind von geringem Scharfblick und können nicht anders sein, da der Scharfblick im allgemeinen zum Zweifel und zur Untätigkeit führt. Sie rekrutieren sich namentlich aus jenen Nervösen, Reizbaren, Halbverrückten, die an der Grenze des Irrsinss sich befinden. So absurd die von ihnen verfochtene Idee oder das von ihnen verfolgte Ziel sein mag, gegen ihre Überzeugung wird alle Logik zunichte. Verachtung und Verfolgung stört sie nicht oder erregt sie nur noch mehr. Persönliches Interesse, Familie, alles wird geopfert. Sogar der Selbsterhaltungstrieb ist bei ihnen ausgeschaltet, so sehr, daß die einzige Belohnung die sie oft anstreben, das Martyrium ist.

Quelle: Le Bon, Gustave: Psychologie der Massen, autorisierte Übersetzung von Rudolf Eisler, Leipzig 1919, S. 82 f.

Bleibt offen, ob man sich in Deutschland 40 Jahre später der Ausführungen Le Bons bediente oder ob der Autor ahnte, was die Zukunft bringen würde.

Abseits der angesprochenen politischen und biologischen Fehlvorstellungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts lohnt sich ein Blick in das Werk Le Bons, weil es grundlegende massenpsychologische Verhaltens- und Funktionsweisen aufdeckt und darstellt. Auch wenn manch einer den direkten Bezug zur Börsenpsychologie vermisst, bestehen genügend Möglichkeiten, entsprechende Verknüpfungen herzustellen.

 

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Dein Boss ist Piefke? – Wien 2010

Dezember 19, 2010

Fachtagung in Wien – wer den Transfer in diesen Tagen sicher bewältigt hat (und das waren beileibe nicht alle Teilnehmer), konnte sich auf zwei ebenso interessante wie informative Tage freuen, aus denen privaterweise vier wurden. Gerade wer die Metropole erstmals bereist, sollte den einen oder anderen Tag mehr einplanen, um die relativ gut zu erreichenden Touristenmagnete, aber auch andere charmante Ecken der früheren Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches zu besuchen.

Kunsthistorisches Museum

Kunsthistorisches Museum

Nicht nur die immense Zahl vorhandener Weihnachtsmärkte versetzt den Besucher in Staunen; hinsichtlich des Stromverbrauchs gerade in der Adventszeit dürfte Wien es mit der gesamten Rest-Republik problemlos aufnehmen können.

Rathaus bei Nacht

Rathaus bei Nacht

Allein die bauliche Dimension der Stadt vermag zu beeindrucken; der Dialekt, der aus Sicht der stolzen Wiener keiner ist (Bundesdeutsch dagegen anscheinend schon), tut sein Übriges.

Parlamentsgebäude

Parlamentsgebäude

Für Historiker dürfte Wien ein Genuss ein. Auch abseits des monumentalen Stephansdoms wartet die Stadt mit kaiserlichem Prunk und geschichtsträchtigen Gebäuden auf.

Stephansdom

Nicht erst wenn man Benedikt XVI. oder Kai Pflaume von den Plakatwänden lächeln sieht, muss dem geneigten Beobachter auffallen, dass die Stadt wenig von ihrer „deutschen“ Prägung verloren hat.

Wien ist anders.

Fazit: Eine Stadt, die jederzeit eine Reise wert ist.

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Mit Harken und Ösen

Dezember 6, 2010

Heute war auf der Website eines großen Münchener Nachrichtenmagazins ein Artikel zur Schuldenkrise sowie zur Frage „Euro – ja oder nein?“ zu lesen, der aus der Feder eines „Topökonomen“ aus Hamburg stammt. Bereits die erste Zeile rief Verwunderung hervor, bezeichnet der habilitierte Volkswirt doch das, was in Deutschland in Bezug auf die Schuldenkrise vor sich geht, als

mit allen Harken und Ösen ausgetragener Kampf.

Ohne dem Urheber bzw. dem Lektor des Magazins zu nahe treten zu wollen, muss die Frage gestattet sein, wie man zu einer solchen Redewendung kommt oder sich einen Kampf mit „Harken und Ösen“ vorzustellen hat. Das bekannte Sprichwort funktioniert indes „mit Haken und Ösen“ und bezeichnet allgemein Widrig- oder Schwierigkeiten, insbesondere auch bei Verhandlungen oder Beschlussfindungen. Wer weiß, was eine Harke ist, dies womöglich schon einmal ausgewählten Mitmenschen gezeigt hat, hat seine Meinung nachdrücklich kundgetan, Revanche genommen oder auf prahlerische Weise gezeigt, wie etwas richtig geht. Gartengeräte helfen hier schon gar nicht weiter.

Bei aller Schmunzelei über die kleine Verwechslung darf jedoch nicht unterschlagen werden, dass der Artikel auch aus anderen Gründen lesenswert ist, besonders weil er im Hinblick auf mögliche Lösungsansätze für die Finanzkrise neue Perspektiven aufzeigt.

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umb gut Wetter gebethen

November 25, 2010

[...] darinnen aber damahlen von der anjetzo wieder die Bekl[agte] formirten praetension nichts zufinden gewesen seyn soll, sondern es erst ex post-facto bey getragen seyn muß, welches umb so viel glaublicher, weil Titius zu erst nach dem falliment Sempronio und Consorten gar gute Worte gegeben, auch in sehr lamentablen terminis an Sie geschrieben, und so gar umb Gottes willen umb gut Wetter gebethen, hernach aber den thon geändert, die Bekl[ag]te bedroht, und endlich mit ihren curatoriby massae 2. Jahr nach dem besagten falliment sich mit der jetzigen forderung gemeldet, die dann der Iudex die Bücher selbst inspiciren, und deren unrichtigkeit ihm von denen Bekl[agten] gezeiget werden muß [...]

Quelle: HHStA Wiesbaden RKG 1236 [Q] 42, fol. 12 v.

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Lange Nacht der Museen

August 30, 2010

Als ebenso zufälliges wie lohnenswertes Ereignis erwies sich die 27. Lange Nacht der Museen in Berlin. Zufällig deshalb, weil die Berlin-Reise nicht auf dieses Event abgestimmt war – umso größer war die Freude, diesen kulturellen Leckerbissen genießen zu können.

Marienkirche und Fernsehturm (Danke an Peter!) im Nebel

Ständige Ausstellung in der Niederkirchnerstraße

Denn auch wenn das Technik- sowie das Naturkundemuseum dem geneigten Besucher im Rahmen der Veranstaltung nicht zur Verfügung standen, so boten die vielen zugänglichen Museen Berlins doch ein breites Spektrum. So fand nicht nur die neue „Topographie des Terrors“ oder das Jüdische Museum großen Anklang; auch für Berlin so typische Kuriositäten wie das Currywurst-, das Hanf- oder das Gaslichtmuseum hatten ihre Pforten geöffnet.

"poetry rain"

Ein Highlight stellten 100.000 fliegende Gedichte dar, die um 20.00 Uhr mittels eines Helikopters einige 100 Meter über dem Lustgarten abgeworfen wurden. Die Reaktionen des Publikums hätten jeden Massenpychologen begeistert.

Fernsehturm und Rathaus bei Nacht

 

 

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Kein TV-Tipp

Juli 17, 2010

Heute Abend um 20.15 Uhr zeigt RTL einen Film mit dem Titel The Quest – Der Fluch des Judaskelch. Freunden des Genitivs stößt diese Bezeichnung sicherlich übel auf. Auf der Suche nach einem passenden deutschen (Unter-)Titel für das US-amerikanische Machwerk The Librarian: Curse Of The Judas Chalice aus dem Jahr 2008 war der deutschen Fernsehlandschaft ein Genitiv-s wohl nicht zuzumuten. Jedenfalls erscheint es eher unwahrscheinlich, dass das Genitiv-s versehentlich vergessen wurde.

Ob dies Rückschlüsse auf die Qualität des Films zulässt, wird eher nicht in Erfahrung gebracht werden.

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